Compassion als schulspezifisches Sozialprojekt für die 7. Klassen bot den Schüler*innen durch eine breite Palette von Angeboten die Möglichkeit, einen Einblick in die sozialen Bedürfnisse unserer Gesellschaft zu bekommen. Besonderes Augenmerk war dabei auf Menschen in herausfordernden Lebenssituationen gerichtet, seien es alte, pflegebedürftige Menschen, Menschen in Notsituationen oder Menschen mit Beeinträchtigungen. Der Bogen spannte sich dabei von Workshops und Exkursionen über Vorträge bis zum Hineinschnuppern in den Krankenhausalltag. Nachfolgend ein Überblick über die einzelnen Programmpunkte:
Vortrag und Film zum Thema Demenz
Zwei Pflegekräfte aus dem Bezirksseniorenwohnheim Bad Hall informierten die Schüler*innen zum einen über Formen und Verlauf von Demenz, zum anderen gaben sie einen Einblick in ihren beruflichen Alltag. Frau Daniela Himmelfreundpointner und Frau Gabriele Wallerberger schilderten, wie dabei versucht wird, durch eine bewusst gestaltete Umgebung und strukturierte Tagesabläufe vorhandene Fähigkeiten der Bewohner*innen so lange wie möglich zu erhalten und durch aktivierende Pflege ein hohes Maß an Lebensqualität zu bieten.
Der Film "Honig im Kopf“ beleuchtete das Thema Demenz auf emotionale und humorvolle Weise, bei dem die berührende und zugleich komische Geschichte von einem liebevollen, aber zunehmend vergesslichen Großvater und seiner mutigen Enkelin erzählt wird. Er zeigte, wie wichtig Liebe, Verständnis und das Einbinden von Betroffenen in den Alltag sind, auch wenn das Verhalten für Angehörige oft herausfordernd ist.
Rundgang der Not in Linz
In einem mehrstündigen Rundgang wurden - ausgehend vom Bahnhof - verschiedene Plätze, in erster Linie Parks, aber auch Institutionen wie etwa die Wärmestube in Linz besucht. Sie alle stehen in Verbindung mit Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit und Armut. Die Schüler*innen wurden auf eindrückliche Art und Weise von den young caritas-Guides Claudia Schosser und Klaus Neumüller in diese Thematik eingeführt und konnten so entsprechend sensibilisiert die gestellten Arbeitsaufgaben problemlos bewältigen.
Geben für Leben
Kurz, aber äußerst informativ war der Online-Vortrag des Tiroler Vereins „Geben für Leben“, der live zu uns zugeschaltet wurde. Dabei erhielten die Schüler*innen spannende Einblicke in das Thema Stammzellspende zur Behandlung von Leukämieerkrankungen.
Wir konnten viel über die Bedeutung der Stammzellspende lernen und wurden dazu ermutigt, uns mit dem Thema auseinanderzusetzen und selbst durch eine mögliche Spende zu Lebensretter*innen zu werden.
Blind Dinner (Blind Brunch)
Im Rahmen des Compassion-Projekts erlebten die Schülerinnen und Schüler der 7A und 7B im PH-Saal hautnah, wie es sich anfühlt, ohne Sehsinn zu agieren. Aufgeteilt in „Blinde“ und „Kellner“ musste eine alltägliche Mahlzeit rein über den Tast-, Hör- und Geschmackssinn bewältigt werden.
Die Jugendlichen gingen mit spürbar großer Motivation an das Experiment heran. In der Praxis zeigten sich jedoch schnell die Tücken des Alltags ohne Augenkontakt: Besonders das Einschenken von Wasser in die Gläser war weitaus herausfordernder als gedacht. Zudem war die Übung eine mentale Herausforderung, da es manchen Schülerinnen und Schülern schwerfiel, die Kontrolle komplett abzugeben.
Am Ende stand jedoch ein eindeutiges Fazit: Alle Beteiligten befanden die Übung als extrem sinnvoll. Sie bot eine wertvolle Gelegenheit, die Perspektive zu wechseln und sich tiefgreifend in Menschen mit einem fehlenden (Seh)sinn einzufühlen.
Erfahrungsbericht aus dem Krankenhaus Kirchdorf
Fünf Schülerinnen und Schüler durften nach einem Bewerbungsverfahren im Rahmen des Compassion-Projekts eine Woche lang im Krankenhaus Kirchdorf mitarbeiten. Sichtlich erfüllt von den vielen Erfahrungen erzählten sie spannende Geschichten und eindrucksvolle und detaillierte Erlebnisse aus dieser Zeit. Vielen Dank für diese wertvollen Einblicke.
Exkursion Hartheim
Das Institut Hartheim ist ein modernes Kompetenzzentrum, das Menschen mit kognitiven und mehrfachen Beeinträchtigungen individuell begleitet und unterstützt. Den sogenannten Kundinnen und Kundinnen stehen vielfältige Wohn-, Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten zur Verfügung, die sich an ihren persönlichen Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnissen orientieren. Ein besonderes Highlight der Exkursion war neben einer informativen Einführung in die Organisation des Instituts die Möglichkeit, selbst in den Werkstätten mitzuarbeiten und dadurch wertvolle Einblicke in den Arbeitsalltag der betreuten Menschen zu gewinnen. Ebenso eindrucksvoll war der Besuch der Lern- und Gedenkstätte im Schloss Hartheim. Die Ausstellung „Wert des Lebens“ regte dazu an, sich intensiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus sowie mit Fragen der Menschenwürde, Inklusion und gesellschaftlichen Verantwortung auseinanderzusetzen.
Vortrag „Freiwilliges Soziales Jahr“
Im Rahmen eines Informationsvortrags erhielten die Schülerinnen und Schüler einen umfassenden Einblick in das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ). Die Referentin Maria Hochholzer stellte die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in sozialen Einrichtungen vor und erläuterte den Ablauf, die Rahmenbedingungen sowie die zahlreichen Erfahrungen, die junge Menschen, während eines FSJ sammeln können. Besonders betont wurde, dass ein Freiwilliges Soziales Jahr nicht nur soziales Engagement fördert, sondern auch eine wertvolle Orientierung für die Berufs- und Studienwahl bietet. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich über die Einsatzbereiche eines Freiwilligendienstes zu informieren.
Workshop „Psychische Erste Hilfe“
Einen Vormittag lang durften die Schüler*innen gemeinsam mit der Referentin Sigrid Deisenhammer in das spannende Thema der psychischen Ersten Hilfe eintauchen.
Dabei wurde unter anderem besprochen, wie Krisen entstehen können, wie man mit belastenden Situationen umgeht, wo und wie man Unterstützung findet sowie wie wichtig aktives Zuhören ist. Auch anspruchsvollere Themen wie der Umgang mit Suizidalität wurden sensibel und fachkundig behandelt.
Wir bedanken uns herzlich bei Sigrid Deisenhammer für die wertvolle Sensibilisierung, die spannenden Einblicke und ihre Expertise.
