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Zu Beginn des Schuljahres wurde ich in der 8b Klasse mit folgender Frage konfrontiert: „Frau Professor, fahren wir heuer gar nicht ins Musiktheater?“ Begeistert darüber, dass die Ballettaufführungen Romeo und Julia und Orpheus in der Unterwelt der vergangenen Jahre das Kulturinteresse meiner Schüler und Schülerinnen angefacht hatten, durchforstete ich das Programm der aktuellen Spielzeit und stieß auf die Oper Elektra von Richard Strauss (Uraufführung 1909 in Dresden).

Thematisch passte der Inhalt dieser Oper wieder großartig zum Unterricht: König Agamnenon war nach dem trojanischen Krieg nach Hause zurückgekehrt und von seiner Gattin und ihrem Geliebten ermordet worden. Die Königskinder planten Vergeltung: Orest wurde von seiner Schwester Elektra in Sicherheit gebracht und zum Rächer seines Vaters erzogen, Elektra wartete am Königshof auf den Tag der Vergeltung.

Meine Neugierde war groß, ob sich die Jugendlichen auf das Genre Oper einlassen würden. Sie taten es, und wie viele! Als Klassenvorstand hatte ich natürlich auch meine 7b zur Teilnahme eingeladen, und so fuhren am 26. April 2019 insgesamt 24 Teenager in weiterer Begleitung von Prof. Zitterl, dem Klassenvorstand der 8b, nach Linz. Junge Damen, die man sonst nur in Jeans und Hosen im Schulgebäude antrifft, trugen Kleider, Kostüme und High Heels, die Herren stylten ihre Frisuren, schnürten schickes Schuhwerk und führten wieder einmal ihre Sakkos aus – es war eine Freude, sie anzusehen.

Über die Qualität des Musizierens waren wir uns einig, uns begeisterten das Können des Opernensembles und vor allem des vollbesetzten Brucknerorchesters. Dass man trotz des Mitlesens am Bildschirm den gesungenen Text nicht verstand, war eine interessante Erfahrung. Für einige war es der erste Besuch im Musiktheater, das  architektionisch sehr gefiel. Vielleicht werden sich trotzdem manche keine Oper mehr anschauen.

Ich danke euch für eure Neugierde und freue mich auf ein nächstes Mal: das Interesse für die wiederaufgenommenen Carmina Burana im Winter 2019/20 ist überwältigend groß, der Ticketkauf in Planung.

Quelle: www.landestheater-linz.at
Elektra
Katherine Lerner, Miina-Liisa Värelä
© Reinhard Winkler